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Knapp 160 Dämmstoffe hat das IpeG-Institut aus Paderborn in einer Übersicht zusammengestellt und nach wichtigen Kriterien sortiert. Das Ergebnis kann nun unter EnBauSa.de unter
"Dämmung" angesehen werden. Die Übersicht wird ständig erweitert und auf neuestem Stand gehalten.
Der Vorsitzende des IpeG, Drewer, räumt auf mit dem Vorurteil, dass Dämmung immer die Architektur verderbe. Dies gelte nur für Wärmedämmverbundsysteme, doch es gibt noch viele andere Möglichkeiten der Dämmung.
Die Auswahl an Dämmstoffen ist enorm. Für jede Situation gibt es passende Lösungen, wie z.B. Einblasdämmstoffe für Häuser mit zweischaligem Mauerwerk oder Plattendämmstoffe für große Areale sowie Matten- oder Schüttdämmstoffe. Herkömmliche Dämmstoffübersichten sind jedoch lückenhaft und z.T. auch veraltet.
Drewer zufolge ist Dämmung nicht zu teuer und verschandelt auch das Gebäude nicht. Als Beispiel nennt er eine Dämmung oberster Geschossdecken. Diese ist seit Ende 2011 Pflicht und für Drewer das beste Dämmverfahren überhaupt, denn man könne mit geringen Mitteln die Wärmeverluste des Bauteils 20-fach verringern, so Drewer. Diese Investition rechnet sich nach spätestens 4 Jahren. Von außen sei nichts zu sehen.
Doch trotz der Energieeinsparverordnung EnEV von 2009 führen viele die Dämmung nicht durch. Wohnungsbaugesellschaften stützen sich gerne auf das Argument der Unwirtschaftlichkeit - ein Schlupfloch, das die EnEV bietet, berichtet Drewer. Nach wirtschaftlichen Lösungen werde nicht nachdrücklich genug gesucht.
So sind viele Decken hohl und ließen sich leicht füllen. Mit Einblasdämmstoffen erreicht man so eine 3-fach bessere Dämmung und zahlt nur 15 Euro/qm.
In Drewers Dämmstoffübersicht finden sich ökologische und konventionelle Materialien gleichwertig beieinander, denn anders als bei den Lebensmitteln ist "öko" nicht immer besser. So sei es nicht ökologischer, Korkplatten zu nehmen, die 3000 km weit gekarrt werden als zum gleichen Preis Polystyrolplatten, die man recyclen kann und mit denen eine höhere Dämmwirkung erzielt und damit mehr CO2 einspart wird.
Ohne Dämmung werden wir unser Klima- und Energieproblem nicht in den Griff bekommen. Gut geht eine Dämmung auch mit Polystyrol. Wer es sich leisten kann, mit Holzweichfaserplatten so gut zu dämmen, dass damit die gleiche Wirkung erreicht wird, ist das umso besser. Naturmaterialien sind jedoch meistens wesentlich teurer als die Kunststoffe.
Drewer plädiert dafür, dass Architekten und Hausbesitzer immer alle Faktoren sorgfältig betrachten und abwägen. Nur die Wärmeleitfähigkeit bei einem Dämmstoff zu beachten, ohne auf den Preis zu schauen, ist genau so schlecht, wie wenn man nur auf die Kosten oder die Ökologie schaut. Wichtig ist, dass alle Faktoren stimmen und man zu vernünftigen Kosten einen möglichst hohen Dämmstandard erzielt.
Quelle:
www.enbausa.de