Autor: Andreas Böhm
18. April 2008
Archäologische Grabungen im historischen Zentrum von Berlin
Am Montag beginnen die ersten Arbeiten zur Umgestaltung des Schlossareals
Umgestaltung des Schlossareals
© by Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
(ImmobilienScout24) Wo früher der Kaiser auf dem Schlossplatz flanierte, brummen heute Autos. Genauer gesagt wurde das Areal des Platzes zur Straße vor dem Staatsratsgebäude. Noch früher befand sich hier ein Dominikanerkloster mit der Klosterkirche von 1297. Und genau deswegen bietet sich für die Berliner Stadtarchäologie mit der Untersuchung dieses Gebietes eine lang ersehnte Gelegenheit zur Erforschung des mittelalterlichen Berlin.
Weiterer Meilenstein der Arbeiten sind die Vorbereitungen für die Übergangsnutzung des künftigen Humboldt-Forums. Der Architektur-Wettbewerb für die Neubebauung ist noch nicht entschieden, fest steht jedoch, dass übergangsweise eine Kunsthalle, der so genannte "White Cube" der Architekten Krischanitz & Frank auf der Schlossfreiheit errichtet wird und die freien Flächen westlich des sich im Rückbau befindenden Palastes der Republik vorübergehend mit hölzernen Passagen und verschiedenen Rasenflächen umgestaltet wird.
Die archäologischen Grabungen am Dominikanerkloster sollen bis Dezember 2008 abgeschlossen sein, von April 2009 bis August 2009 soll dann am Schlosskeller weiter gegraben werden. Bislang waren diese Teile des Schlosses unzugänglich, im Boden des Klosters sind noch Fundamente der Domkirche mit unzähligen Gräbern.
Die temporäre Kunsthalle "White Cube" soll im September 2008 fertiggestellt sein.
Wer sich für die Grabungen und die Zukunft des Areals interessiert, den wird die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit einer Bauzaunausstellung informieren.