Autor: Andreas Böhm
27. November 2008
Günstige Mieten in Berlin: Ein Standortvorteil
Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer: "Berlin ist hip."
Berlin aus dem Bilderbuch
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(ImmobilienScout24) Zum mittlerweile 8. Immobiliendialog Berlin kamen gestern Spitzenvertreter von kommunalen und privaten Wohnungsbaugesellschaften, dem Mieterverein Berlin, des GEWOS-Institutes, der Investitionsbank Berlin sowie die Senatorin für Stadtentwicklung zusammen.
Die Wohnsituation in Berlin ist definitiv eine besondere. Mit einem Mietwohnungsanteil von 87 % kann man die Hauptstadt getrost die Mieterstadt Deutschlands nennen, denn in keiner anderen Stadt ist dieser Anteil so hoch. Nach Meinung der Experten ist diese Sonderstellung ein erheblicher Standortvorteil für das wirtschaftlich schwache Berlin.
Hinzu kommen eine relativ hohe Leerstandsquote, konstant sind über 100.000 Wohnungen in Berlin unbewohnt, sowie die schon fast für Berlin sprichwörtlich niedrige Durchschnittsmiete, die der offizielle Mietspiegel mit 4,75 Euro pro Quadratmeter angibt.
Die Aussicht, schnell an eine günstige Wohnung oder ein günstiges Atelier zu kommen, lockt vor allem viele junge und kreative Köpfe in die Stadt, wie die Senatorin betont. Kaum in einer anderen Stadt kann man zu solch niedrigen Preisen Werk- oder Ausstellungsraum mieten, so dass sich eine pulsierende Kunstszene entwickelt.
Die Mietpreisentwicklung bleibt nach der Meinung aller Experten moderat, wenn man von den Szenevierteln wie Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain oder Mitte absieht. Hier könnten sich die Mieten mit größerer Dynamik steigern. Besonders kleine Wohnungen für einkommensschwache Mieter werden nachgefragt, gefolgt von großen Wohnungen, während das Segment mit Wohnungen mittlerer Größe eher stagniert. Doch solange sich das generelle Einkommensniveau der Berliner nicht deutlich steigert, was angesichts der derzeitigen Finanzkrise unwahrscheinlich ist - werden auch die Mieten nicht deutlich steigen.